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Die Leinwand

Währenddessen Werner Tübke tief in die Geschichte eindringt und die Arbeit an der 1:10-Vorfassung beginnt, gehen in Bad Frankenhausen ganz andere Arbeiten vonstatten. Im Sommer 1978 wird die im sowjetischen Textilkombinat Sursk gewebte Leinwand mit den Ausmaßen von 14 mal 123 Metern in Bad Frankenhausen angeliefert.

Im Mai 1982 wird die Leinwand vom Frankenhäuser Autosattlermeister Günter Hohlstamm “fadengerade” zusammengenäht und an den Längsseiten für die Aufhängung präpariert. 54 Männer ziehen die 1,1 Tonnen schwere Leinwand nach oben und befestigen sie mit 576 Metallschellen am oberen Stahlring von knapp 40 Metern Durchmesser. Der gleich große untere Ring wird zur Spannung des Tuches noch beschwert.

Die Grundierung der Leinwand durch ein sowjetisches Spezialistenteam aus Podolsk (fünf Frauen unter der Leitung von Julia P. Ossipowitsch) erfolgt in den Monaten November/Dezember 1982 nach geheimen Rezepten alter russischer Ikonen.